Wohnrechtsvisualisierung von Prof. Dr. Kahlig
Verfasst von ahrerd am 25. April 2009
Hallo,
meine Dissertation schreibe ich in Wohnrecht zum Bauträgervertrag. Dieses Referatsthema zeigte mir auf, wie kompliziert Gesetze dargestellt wurden und immer noch werden und das eine Reihe von Juristen an einer Vereinfachung arbeiten.
lg
Dominik
Kahlig sagte
Ja, es ist richtig, dass durch das komplexe menschliche Zusammenleben Mechanismen entstehen bzw. erfunden werden, die für eine bestimmte Periode ideal und ein Fortschritt sind, die aber im Laufe der Jahrhunderte kaum weiterentwickelt werden.
So auch beim Recht. Es wird kaum mehr hinterfragt, wozu es eigentlich da ist (nämlich, in erster Linie, um dem einfachen Staatsbürger zu erklären, was er zu tun und zu lassen hat). Statt dessen wird es oft als Herausforderung für hochbegabte Juristen gesehen, wie etwas möglichst „elegant“ und den bisherigen Formulierungen adäquat dargestellt werden kann. (zB. § 10 Abs 6 MRG oder §14 WEG) Dabei passiert es immer wieder, dass sogar der Verfassungsgerichtshof das Folgende sagt:
‘Der Verfassungsgerichtshof beobachtet seit geraumer Zeit, dass allein die Feststellung der für die Lösung eines Falles maßgeblichen Rechtslage oftmals sehr zeitaufwändig und es darüber hinaus in vielen Fällen ausgesprochen schwierig ist, das vom Gesetzgeber Angeordnete zu verstehen. Ursache dafür sind verschiedene legistische Unzulänglichkeiten, wie mangelnde sprachliche Präzision, überlange Sätze, die verschiedene Gedanken ineinander verstricken, eine unzureichende Systematik, häufig kaum durchschaubare Verweisungsketten und teilweise sogar Widersprüchlichkeiten im Angeordneten.’
Es erhebt sich die Frage: Warum…? Wozu…?
Es könnte ja so einfach sein!
Liebe Grüße
Wolfgang Kahlig